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In diesem Bereich veröffentlichen wir in loser Folge Beiträge zu den neuesten Entwicklungen unserer Mandate




Aktuelle Beiträge:

Ex-Tennisspielerin erhält 450.000,00 EURO

CosmosDirekt zahlt 350.000,00 EURO an Motorradfahrern nach Querschnittlähmung

Diebstahl von Kupferdachrinnen – VGH reagiert „wie man sie kennt“

Trotz Sachverständigenverfahren – R+V zahlt EUR 500.000,00 auf Feuerschaden

Auffahrunfall – Deutsches Büro Grüne Karte eV zahlt EUR 330.000,00

Versicherungsvertrag – Anfechtung wegen arglistiger Täuschung unwirksam

Berufsunfähig wegen Depressionen: VPV erkennt Anspruch nach vorheriger Ablehnung an

Dann ging alles ganz schnell – Zurich zahlt weitere EUR 210.000,00

Zurich zahlt EUR 80.000,00 im laufenden Prozess

Auffahrunfall – Allianz zahlt EUR 70.000,00

Depressionen und Angstzustände: Drei Berufsunfähigkeits-Versicherer erkennen ihre Leistungspflicht an

Aachen Münchener zahlt weitere EUR 1.030.000,00

HUK zahlt weitere EUR 700.000,00

Einbruchdiebstahl - Hartnäckigkeit zahlt sich aus - Alte Leipziger zahlt EUR 50.000,00

Barmenia erkennt Berufsunfähigkeit bei Depressionen an

Reitunfall: R+V zur Zahlung gezwungen

Nach Querschnittlähmung: Angemessene Regulierung der Generali im Prozess

Motorradunfall: Allianz zu angemessener Regulierung „bekehrt“

Generali zahlt ¼ Million Euro

ERGO knickt ein

Signal Iduna reguliert Millionenschaden innerhalb von 4 Wochen

Zurich zahlt mehr als eine ¾ Million Euro

Regulierungsverweigerung der AXA "korrigiert"

VGH Hält Brandopfer hin

InterRisk verliert in drei Instanzen

Daumen mit Kreissäge abgetrennt – OLG Schleswig verurteilt ERGO Versicherung zur Zahlung von EUR 100.000,00

Abfindungsangebot der Mannheimer Versicherung vervielfacht

Audi "rudert zurück" und vergleicht sich



Depressionen und Angstzustände:
Drei Berufsunfähigkeits-Versicherer erkennen ihre Leistungspflicht an

Der 53 jährige, in einer deutschen Großstadt ansässige, selbständige Steuerberater Karsten J., hat weitsichtig Vorsorge betrieben, drei Berufsunfähigkeits-Zusatz-Versicherungen abgeschlossen und dafür monatlich nicht unerhebliche Beiträge aufgewendet.
Seit Juni 2011 ist Herr J. durchgehend arbeitsunfähig; er hat Zweifel an seiner Leistungsfähigkeit und Effizienz, leidet unter Schlafstörungen, Energielosigkeit, Erschöpfungsgefühlen, Herzrasen, Atemnot, Konzentrations- und Wortfindungsstörungen, plötzlich auftretende Panikattacken, Schweißausbrüche und entwickelt zunehmend Ängste und Phobien.
Im Januar 2012 stellt er bei seinen Berufsunfähigkeits-Zusatz-Versicherern, der Allianz Lebensversicherung AG, der Nürnberger Versicherungsgruppe und der Plus Lebensversicherungs AG, jeweils Leistungsanträge, die jedoch bis Oktober 2012 nicht beschieden wurden, so dass er sich Ende 2012 entschließt, die Hennemann Rechtsanwälte mit der Durchsetzung seiner Ansprüche zu beauftragen.
Versichererseitig beauftragte Sachverständige bestätigen in der Folgezeit eine Gesamtberufsunfähigkeit unterhalb des maßgeblichen Schwellenwertes von 50 % bzw. eine lediglich vorübergehende Berufsunfähigkeit und gehen nach erfolgter Behandlung von einer möglichen vollständigen Wiederherstellung des Herrn J. aus.
Letztlich bestätigt ein über die Hennemann Rechtsanwälte in Auftrag gegebenes psychiatrisches Fachgutachten nebst neuropsychologischem Zusatzgutachten eine dauerhafte Berufsunfähigkeit und damit den rückwirkenden Leistungseintritt.
Nach entsprechender Aufforderung durch die Hennemann Rechtsanwälte erkennen alle drei Versicherer den Leistungsfall rückwirkend an, leisten für die Vergangenheit Nachzahlungen in Höhe von mehr als EUR 100.000,00 und zahlen seit dem die jeweils monatlich vereinbarten Berufsunfähigkeitsrenten von insgesamt ca. EUR 6.400,00.
Durch eindeutige medizinische Dokumentation und fachanwaltliche Unterstützung der Hennemann Rechtsanwälte konnte letztlich bei drei Versicherern eine Leistungserbringung realisiert werden.

 

Aachen Münchener zahlt weitere EUR 1.030.000,00

Frau Claudia S. war bereits 1983 kurz nach abgeschlossener Lehre und am Anfang ihres Studiums, Opfer eines unverschuldeten Verkehrsunfalls geworden, bei dem ihr der rechte Fuß abgetrennt und in dessen Folge ihr rechter Unterschenkel amputiert werden musste.
Obgleich die gegnerische Kfz-Haftpflichtversicherung, die Aachen Münchener Versicherung AG, wegen der sie treffenden vollen Einstandspflicht 1994 zur Zahlung von Schmerzensgeld und Renten sowie zum Ersatz sämtlicher weiterer Schäden verurteilt worden war, kam die Aachen Münchener Versicherung AG in der Folge einer angemessenen Regulierung der Schäden von Frau S. nicht nach. Frau S. war deshalb gezwungen, sich trotz der gerichtlich festgestellten Einstandspflicht des Versicherers über annährend 30 Jahre mit der Aachen Münchener – im wesentlichen erfolglos – auseinander zu setzen.
Nach Beauftragung der Hennemann Rechtsanwälte schlossen diese für Frau S. über die bereits geleisteten Zahlungen hinaus einen Abfindungsvergleich mit der Aachen Münchener Versicherung (Landgericht Frankfurt/Main, Az. 2 - 25 O 219/08), der einschließlich Verzugszinsen eine endgültige Kapitalabfindung in Höhe von EUR 1,03 Mio beinhaltet.
Auf diese Weise gelangt Frau S. nicht nur zu einer angemessenen Entschädigung, sondern auch zum Ende einer jahrzehntelangen, zermürbenden Auseinandersetzung mit einem der Generali-Gruppe zugehörigen Versicherer.

 

HUK zahlt weitere EUR 700.000,00

1983, als 7-jähriges Kind, erlitt Mirko K. einen folgenschweren Unfall, als er fahrradfahrend mit einem PKW kollidierte, hierbei lebensgefährlich verletzt und dauerhaft schwerstgeschädigt wurde. Allerdings war ihm auch ein Mitverschulden in Höhe von 50 % anzulasten. In der Folge wurden Mirkos Schadenersatzansprüche von früher beauftragten Anwälten über Jahrzehnte nicht weiterverfolgt.
Bereits während der zähen und harten erstinstanzlichen Auseinandersetzung vor dem Landgericht Itzehoe war es den Hennemann Rechtsanwälten, die für Mirko Klage erhoben hatten, gelungen, den beklagten Kfz-Haftpflichtversicherer des Unfallgegners, die HUK-Coburg, zur Zahlung einer Abschlagszahlung in Höhe von EUR 100.000,00 zu veranlassen.
Sodann wurde vor dem Oberlandesgericht Schleswig (Az. 7 U 147/12) ein Vergleich mit der HUK-Coburg geschlossen, der eine weitere Zahlung in Höhe von EUR 700.000,00 vorsah, womit sich die HUK-Coburg insgesamt fast zur Zahlung der vollständigen Versicherungssumme verpflichtete, die sie als Kfz-Haftpflichtversicherer des Unfallgegners aus einer über 30 Jahre alten Versicherungspolice überhaupt zu tragen verpflichtet war.
Mithin konnte der Versicherer veranlasst werden, trotz einer Haftungsquote von lediglich 50 % eine Zahlung zu leisten, die seiner maximalen Versicherungs- und Haftungssumme annähernd vollständig entsprach.

 

Einbruchdiebstahl - Hartnäckigkeit zahlt sich aus - Alte Leipziger zahlt EUR 50.000,00

Bereits zum zweiten Mal war Robbie P. Opfer eines Einbruchdiebstahls geworden. Sein Versicherer, die Alte Leipziger Versicherung AG, wollte jedoch von dem geflügelten Wort „geteiltes Leid ist halbes Leid“ nichts wissen und verweigerte eine Regulierung. Offenbar war die Alte Leipziger Versicherung AG der Auffassung, ihr Versicherungsnehmer dürfe nur einmal im Leben Opfer eines Einbruchdiebstahls werden, wenngleich er selbstverständlich fortwährend seine Prämie zu zahlen hat.
Ziemlich unverblümt unterstellte die Alte Leipziger Versicherung AG ihrem Versicherungsnehmer den Versuch eines Versicherungsbetruges, da der vermeintliche „Gutachter“ des Versicherers festgestellt habe, dass ein Einbruchdiebstahl bereits technisch nicht vorgelegen haben konnte - ein typisches Ergebnis für ein vom Versicherer bestelltes und bezahltes Gutachten.
Die Hennemann Rechtsanwälte unterstützten Herrn P. dabei, die technische Möglichkeit des Einbruchdiebstahls nachzuweisen und die ihm zustehende Versicherungsleistung klageweise geltend zu machen. Im Rahmen dieser Klage (Landgericht Stade, Az. 3 O 99/11) widerlegte ein Gerichtsgutachter als wirklicher Sachverständiger die Behauptungen des Versicherers und dessen sogenannten „Gutachters“ eindrucksvoll.
Schlussendlich kam die Alte Leipziger Versicherungs AG nicht umhin, sich im Vergleichswege zur Zahlung von EUR 50.000,00 nebst erheblicher Zinsen zu verpflichten, wobei sie nahezu die gesamte Klagforderung anerkannte und entsprechende Prozesskosten zu tragen hatte.
Es zeigt sich, dass Versicherungsnehmer sich nicht von angeblichen „Gutachtern“ des Versicherers einschüchtern lassen, sondern mit Hilfe versierter Fachanwälte die ihnen zustehenden Versicherungsleistungen konsequent durchsetzen sollten.

 

Barmenia erkennt Berufsunfähigkeit bei Depressionen an

Der Diplom-Physiker Thorsten K. bemerkte im Jahr 2009 erstmals ungewöhnliche und unerklärliche Veränderungen an sich. Die Tätigkeit für seinen Arbeitgeber im Bereich des elektronischen Geschäfts- und Zahlungsverkehrs fiel ihm zunehmend schwerer und seine zuvor uneingeschränkt funktionierende Arbeitsleistung empfand er als immer langsamer und zäher. Er verspürte stetig ansteigende Zweifel an seiner Leistungsfähigkeit und Effizienz. Das Gefühl, im Tagesgeschäft nicht mehr ansatzweise die in ihn gesetzten bzw. sich selbst auferlegten Erwartungen erfüllen zu können, setzte ihn seelisch mehr und mehr stark unter Druck. Zu Beginn des Jahres 2010 hatte sich der Zustand von Thorsten K. bereits derart verschlechtert, dass er unter schweren Konzentrationsstörungen, Zwangsgrübeln, Perspektivlosigkeit, Schlafstörungen, Antriebsminderung, Selbstabwertung und sozialem Rückzug litt. Eine Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie diagnostizierte eine „schwere depressive Episode“.
Nach 12-monatiger Arbeitsunfähigkeit schloss Thorsten K. im Mai 2011 zur Vermeidung einer personenbedingten Kündigung einen Aufhebungsvertrag mit seinem Arbeitgeber. Es folgte ein 6-wöchiger stationärer Aufenthalt in einer Klinik für Psychotherapie. Anschließend beantragte Thorsten K. Leistungen aus einer bei der Barmenia Lebensversicherung a. G. bestehenden Berufsunfähigkeitsversicherung.
Die Barmenia wollte Thorsten K. bei einem der Versicherungswirtschaft nahe stehenden Sachverständigen medizinisch begutachten lassen, weshalb sich Thorsten K. an die Hennemann Rechtsanwälte wandte. Mit deren Hilfe gelang es, die Barmenia davon zu überzeugen, die Begutachtung in die Hände eines von den Hennemann Rechtsanwälten ausgesuchten unabhängigen und neutralen Sachverständigen zu legen. Das Gutachten dieses Facharztes kam zu dem eindeutigen Ergebnis, dass die aufgetretene schwere Depression zur Berufsunfähigkeit des Thorsten K. geführt hat.
Die Barmenia konnte insoweit veranlasst werden, die Berufsunfähigkeit anzuerkennen und die vertraglich vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente für die Vergangenheit in Höhe von ca. 82.000,00 Euro nachzuentrichten sowie für die Zukunft in Höhe von 2.000,00 Euro pro Monat zu zahlen.

 

Reitunfall: R+V zur Zahlung gezwungen

Der Huftritt eines Pferdes hätte Hanne B. fast das Leben gekostet. Nach dem Reitunterricht brachte sie zusammen mit ihrem Reitlehrer das Schulpferd auf die Koppel, als das Pferd plötzlich und ohne erkennbaren Anlass wild ausschlug. Sein Huf traf die junge Eventmanagerin mit voller Wucht in den Bauch. Aufgrund der erheblichen Verletzungen und weil sich ihr Zustand schnell verschlechterte, veranlasste der Dienst habende Chefarzt eine Notoperation. Er entfernte Teile der Leber, des Bauchfells sowie die Gallenblase und rettete Hanne B. das Leben. Von der R+V, die den Reitstall versichert, forderte Hanne B. Schadensersatz: Die R+V regulierte jedoch lediglich 30.000,00 Euro und berief sich im Übrigen auf ein Mitverschulden der Reitschülerin am Unfall.
Hanne B. wandte sich an die Hennemann Rechtsanwälte, welche die R+V wegen ihrer fortgesetzten Regulierungsverweigerung namens der Mandantin sogleich vor dem Landgericht Trier verklagten. Vor dem Landgericht Trier (Az. 4 O 207/05) konnte zunächst der Mitverschuldenseinwand der R+V entkräftet und eine umfassende medizinische Begutachtung der Mandantin veranlasst werden, was schließlich in einem Urteil des Landgerichts Trier zugunsten der Frau B. mündete.
Die R+V zahlte das vom Landgericht Trier ausgeurteilte Schmerzensgeld von weiteren 27.000,00 Euro und ging bezogen auf die sonstigen Entschädigungspositionen in Berufung. Das Oberlandesgericht Koblenz (Az. 3 U 836/12) brachte noch vor einem Berufungstermin sein Unverständnis zum Ausdruck und teilte das Missfallen der Hennemann Rechtsanwälte im Hinblick auf das Regulierungsverhalten der R+V. Um das Gerichtsverfahren und den außergerichtlichen Kampf der Hanne B. um eine angemessene Gesamtregulierung ihres Schadens zu einem kurzfristigen Abschluss zu bringen, drängte das Oberlandesgericht Koblenz auf den Abschluss eines Vergleiches. Die R+V verpflichtete sich unter dem Druck des Berufungsgerichts letztendlich, im Vergleichswege weitere 200.000,00 Euro an Hanne B. zu zahlen.
Es zeigt sich an diesem Fall wieder einmal, dass Kampfbereitschaft und Durchhaltevermögen gegenüber einem aus Sicht des/der Unfallgeschädigten vermeintlich übermächtig wirkenden Versicherungskonzern sowie kompetenter anwaltlicher Beistand notwendig sind, um am Ende eine angemessene Entschädigung zu erlangen.

Sehen Sie auch den Beitrag im Bereich Presse/Medien zu diesem Thema (ARD-Brisant vom 20.07.2006)

 

Nach Querschnittlähmung: Angemessene Regulierung der Generali im Prozess

Der rüstige und sportlich aktive 73-jährige Rentner Rudolf G. war in Stuttgart mit seinem Fahrrad unterwegs, als er plötzlich und unvermittelt von einem Pkw („SUV“) angefahren und zu Boden geschleudert wurde. Durch den Unfall erlitt Herr G. eine inkomplette Querschnittlähmung, wodurch sein Leben von einer Sekunde auf die andere einen tiefgreifenden Einschnitt erfuhr. Er war von nun an ans Bett gefesselt und musste – aus seinem häuslichen und familiären Umfeld herausgerissen – in einem Pflegeheim untergebracht werden.
Nachdem die Generali Versicherung AG als Haftpflichtversicherer des unfallverursachenden Fahrzeugs gemeint hatte, sich mit einer Abschlagszahlung auf den Personenschaden des Herrn G. in Höhe von 70.000,00 Euro begnügen zu können, wandten sich die Angehörigen des schwerstverletzten Rentners an die Hennemann Rechtsanwälte, mit deren kompetenter Hilfe die Generali bereits außergerichtlich veranlasst werden konnte, weitere 160.000,00 Euro zu regulieren.
Da die Zahlungen der Generali aber noch nicht einmal einem den erlittenen Verletzungen angemessenen Schmerzensgeld entsprachen, geschweige denn die Kosten des Pflegeheims deckten, und die Generali weitergehende Zahlungen kategorisch ablehnte, wurde durch die Hennemann Rechtsanwälte namens des Mandanten unverzüglich Klage vor dem Landgericht Stuttgart erhoben (Az. 16 O 24/12).
So kam es unter dem Druck des Klageverfahrens zu intensiven Vergleichsgesprächen, in deren Verlauf die Generali schließlich verpflichtet werden konnte, weitere 127.000,00 Euro (mithin insgesamt 357.000,00 Euro) an den Rentner zu zahlen und darüber hinaus lebenslang die Differenz zwischen den Kosten der Heimunterbringung und den Leistungen der Pflegeversicherung zu tragen.

 

Motorradunfall: Allianz zu angemessener Regulierung „bekehrt“

Der 45-jährige Robert P. erlitt einen Verkehrsunfall, bei dem er als Motorradfahrer bei dem Versuch, eine Fahrzeugkolonne zu überholen, von einem ausscherenden Fahrzeug übersehen, gerammt und auf einen Acker geschleudert wurde. Hierdurch zog sich Herr P. dauerhafte Beeinträchtigungen im hirnorganischen und internistischen Bereich sowie in beiden Armen und Beinen, in mehreren Fingern sowie im Becken zu.

Die Allianz als privater Unfallversicherer des Herrn P. sah sich veranlasst, den Schaden auf Grundlage eines von ihr anerkannten Gesamtinvaliditätsgrades von 70 % (vermeintlich) schlussabzurechnen und eine Invaliditätsleistung in Höhe von 76.770,00 Euro an Herrn P. zu zahlen.
Der bei der Allianz bestehende private Unfallversicherungsvertrag sah eine Regelung vor, nach der sich die Versicherungsleistung ab einem Invaliditätsgrad von 80 % vervierfacht. Dummerweise sollte Herr P. diesen Schwellenwert nach den angeblichen Erkenntnissen der Allianz – zu deren wirtschaftlichen Vorteil und zu seinem Nachteil – äußerst knapp verpasst haben.
Daraufhin mandatierte Herr P. die Hennemann Rechtsanwälte, die sogleich dessen neuerliche Begutachtung und Invaliditätsbemessung durch gleichermaßen versierte wie neutrale medizinische Gutachter veranlassten. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse gelang es den Hennemann Rechtsanwälten, die Allianz in abschließenden Verhandlungen kurzfristig davon zu überzeugen, dass der tatsächliche Gesamtinvaliditätsgrad des Herrn P. den für eine Vervierfachung der Invaliditätsleistung maßgeblichen Schwellenwert nicht nur knapp, sondern geradezu deutlich übersteigt. Die Allianz zahlte daraufhin weitere 300.000,00 Euro an Herrn P., so dass sich dessen gesamte Invaliditätsentschädigung dank der fachanwaltlichen Unterstützung durch die Hennemann Rechtsanwälte auf insgesamt 376.770,00 Euro belief.

 

Generali zahlt ¼ Million Euro

Die 51-jährige Dagmar B. erlitt einen Unfall, bei dem sie stürzte und nach vorne derart unglücklich auf beide Arme fiel, dass sie sich beide Schultern ausrenkte und sich an beiden Schultern eine Rotatorenmanschettenruptur zuzog. Frau B. ist seither in der Gebrauchsfähigkeit beider Arm stark eingeschränkt.

Frau B. meldete den Unfall ihrem privaten Unfallversicherer, der Generali Versicherung AG. Die Generali beauftragte mehrere (ihr offenbar zugeneigte) Gutachterinstitute mit der Begutachtung der Frau B. und zahlte dieser schließlich auf der Basis eines Gesamtinvaliditätsgrades von 49 % (gemäß den eingeholten Gutachten) eine Invaliditätsleistung in Höhe von etwa EUR 40.000,00.
Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang, dass Frau B. nach dem Versicherungsvertrag ab einem Invaliditätsgrad von 50 % zusätzlich zur Invaliditätsleistung eine monatliche Invaliditätsrente in Höhe von knapp EUR 780,00 zustehen sollte.
Nachdem die Generali außergerichtlich nicht veranlasst werden konnte, weitergehende Zahlungen zu erbringen, wurde von den Hennemann Rechtsanwälten namens der Mandantin Klage vor dem Landgericht Siegen erhoben (Az. 1 O 96/08).
Der im Prozessverlauf vom Landgericht beauftragte Gerichtsgutachter kam – von Seiten der Generali mehrfach beanstandet – zu dem Ergebnis, dass im Falle der Frau B. von einem Gesamtinvaliditätsgrad von 63 % auszugehen sei. Es bestätigte sich also die Auffassung der Hennemann Rechtsanwälte, dass die Generali die Ansprüche der Frau B. rechtswidrig verkürzt hatte.
Die Generali musste dementsprechend nicht nur die Invaliditätsleistung aufstocken, sondern auch die Invaliditätsrente nachregulieren. Es kam sodann kurzfristig zum Abschluss eines für Frau B. positiven Vergleichs, in dem sich die Generali verpflichtete, bezogen auf die ergänzende Invaliditätsleistung und die Invaliditätsrente für Vergangenheit und Zukunft weitere EUR 250.000,00 an Frau B. zu zahlen.

 

ERGO knickt ein

Herr W. wollte vorsorgen und über einen Versicherungsvertreter eine Risiko-Lebensversicherung mit Berufsunfähigkeitszusatzversicherung bei der ERGO Lebensversicherung AG abschließen. Beim Ausfüllen des Antragsformulars nahm der Versicherungsvertreter einen von Herrn W. erwähnten, zuvor erlittenen schweren Unfall mit den Worten, „der Unfall sei zu lange her“, nicht mit auf, wohl im eigenen Provisionsinteresse.
So wurde der Versicherungsvertrag geschlossen und Herr W. wähnte sich gut abgesichert.
Später wechselte Herr W. seinen Versicherungsvertreter und erzählte dem „Neuen“, dass der damalige Vertreter den schweren Unfall im Antrag schlicht weggelassen hätte. Der neue Versicherungsvertreter gab zu bedenken, dass das Risiko bestünde, dass sich die ERGO bei Eintritt des Versicherungsfalls darauf berufen könne, dass im Versicherungsantrag unrichtige Angaben gemacht worden seien.
Hierdurch verunsichert – schließlich hatte er dem ersten Versicherungsvertreter alles offenbart und ihm vertraut – suchte Herr W. anwaltlichen Rat. Der von ihm zunächst konsultierte Rechtsanwalt offenbarte der ERGO die Umstände und damit den zurückliegenden Unfall mit der Folge, dass die ERGO gegenüber Herrn W. von der Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung wegen der „Anzeigepflichtverletzung“ zurücktrat. Dem zunächst beauftragten Rechtsanwalt gelang es nicht, die ERGO Lebensversicherungs AG umzustimmen und vom Fortbestand der Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung zu überzeugen.
Mit diesem Ergebnis wollte sich Herr W. jedoch verständlicherweise nicht zufrieden geben und beauftragte die Hennemann Rechtsanwälte mit der Wahrnehmung seiner Interessen. Ungeachtet der zugunsten des Herrn W. bestehenden Beweiserleichterungen, die sich daraus ergaben, dass der Mandant dem „alten“ Versicherungsvertreter bei Abschluss der Versicherung sämtliche Umstände offenbart, jener das Antragsformular ausgefüllt und anschließend Herrn W. unterschriftsreif vorgelegt hatte, konnten die Hennemann Rechtsanwälte im Rahmen der gebotenen rechtlichen Aufbereitung des Sachverhalts feststellen, dass die ERGO Versicherung bereits die vom Versicherungsvertragsgesetz normierten Formalien für einen wirksamen Rücktritt vom Versicherungsvertrag nicht eingehalten hatten. Zwar bedurfte es mehrerer anwaltlicher Schreiben, schließlich knickte die ERGO jedoch ein und sah sich auf das Tätigwerden und die Argumente der Hennemann Rechtsanwälte veranlasst, ihre Rechtsauffassung zu revidieren und die Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung des Mandanten „wieder in Kraft zu setzen und unverändert fortzuführen“.
Es lohnt sich also, beharrlich zu sein und Entscheidungen eines Versicherers nicht als „gottgegeben“ hinzunehmen, sondern einer fachanwaltlichen Prüfung unterziehen zu lassen. Denn insbesondere die Einhaltung von Formalien, auf die sich Versicherungen nur allzu gern gegenüber ihren Versicherungsnehmern zur Leistungsablehnung berufen, ist keine Einbahnstraße, sondern ebenso von Versicherungen zu beachten.

 


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